Filmkollektiv Zürich,
Josefstrasse 106, Zürich 5
1976-1983

Filmkollektiv Zürich,
Josefstrasse 106, Zürich 5
1976-1983

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Filmkollektiv Zürich,
Josefstrasse 106, Zürich 5
1976-1983

 

Filmkollektiv Zürich, Josefstrasse 106, Zürich 5

1. April 1976 – 30.9.1983

Editorial.

Cinébulletin, Zeitschrift der Schweizerischen Filmbranche.
Nr. 92, Mai 1983


Geschichten aus dem Hinterhof.

Der Filmproduzent George Reinhart kaufte anfangs Jahr das Haus Josefstrasse 106 in Zürich und kündigte dem Filmkollektiv auf den Herbst 1983. Damit werden auch die Untermieter, die Filmcooperative, der Filmtechniker-Verband und das Soziologinnen-Büro heimatlos, wobei zumindest Jim Sailer auf indirekten Umwegen erfahren hatte, dass er sein Büro vielleicht behalten könne. Eine Chronologie der Ereignisse, zusammengestellt von den Betroffenen des Filmkollektivs, dokumentiert auf dieser Seite das Geschehene. Für einmal scheint sich der Schweizer Film seine eigene Geschichte zu liefern - eine wenig erfreuliche in verschiedener Beziehung.

Noch nicht geeinigt über die genaue Zweckbestimmung des erstandenen Objekts hat man sich auf Käuferseite. George Reinhart, dem die Sache offenbar nicht besonders liegt, spricht von der «Idee eines Filmhauses», in dem eine Infrastruktur auf verschiedenen Bereichen des Films erstellt werden soll, von Schneidetischen bis hin zu «erstklassigen Vorführräumen» - natürlich würden auch Büros nicht fehlen.

Ich weiss nicht, wieviele Häuser es auf dem Gebiet des Kantons Zürich gibt, aber dieses an der Josefstrasse scheint sich ausserordentlich gut für filmische Zwecke zu eignen. Reinhart will das Haus in Zusammenarbeit mit Jean Richner und Edi Hubschmid (Cactus) in die cinématographische Keuschheit zurückführen, denn nach seinen Angaben hätte es bei einem Kauf durch die Studienbibliothek «weitgehend dem Film entfremdet werden sollen». Er findet allerdings, dass es keinen Sinn hat, jetzt darüber zu reden, wer und was da den Raum füllen soll. In seinem Konzept hat das Filmkollektiv jedenfalls keinen Platz. Er müsse sein Projekt mit Leuten realisieren, mit denen er zusammenarbeiten könne. Dies wiederum scheint nichts als verständlich. Nur: warum denn ausgerechnet an der Josefstrasse 106?

Walter Ruggle

Cinébulletin Nr. 92, Mai 1983.

Von Mitgliedern des Filmkollektivs zusammengestellt:

Chronologie.

1975 Realisierung des Films «Kaiseraugst» und Gründung des Filmkollektivs.

Josefstrasse 106:

Am 1. April 1976 mietete das neu gegründete Filmkollektiv Zürich das Haus Josefstrasse 106 in Zürich 5 mit einem 5-Jahres-Vertrag, um zusammen mit der Filmcooperative Zürich einzuziehen.

Am 1. April 1981 konnte der Mietvertrag um weitere fünf Jahre verlängert werden – er läuft also am 1.4.1986 aus.

Im Oktober 1982 teilte der Hauseigentümer dem Filmkollektiv mit, dass er das Haus verkaufen wolle: für etwa 800 000 Franken sei es zu haben. Er räumte dem Filmkollektiv bis Ende November Zeit ein, um sich für oder gegen einen Kauf der Liegenschaft zu entscheiden.

Am 30. November 1982 teilte das Filmkollektiv dem Hauseigentümer mit, dass es selbst nicht in der Lage sei, das Haus zu kaufen. (Die Beschaffung. von Eigenkapital, die Zinsen für eine erste und zweite Hypothek und die Rückzahlung der zweiten Hypothek überstiegen die Möglichkeiten von Filmkollektiv und Filmcooperative.)

Im Dezember 1982 erfuhr die «Stiftung Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung» von der Absicht dieses Hausverkaufs und setzte sich mit dem Filmkollektiv zusammen. Es zeigte sich, dass sich die Bedürfnisse der Studienbibliothek und der bisherigen Mieter aufs beste ergänzten.

Im Januar 1983 teilte das Filmkollektiv dem Eigentümer mit, es sei daran interessiert, dass die Studienbibliothek das Haus kaufen könne, da sich die Raumbedürfnisse ideal ergänzten - so etwa der Vorführraum, gemeinsam genutzt werden könne - und da die Bibliothek den bisherigen Mietern persönlich und politisch nahestehe. Das Filmkollektiv sicherte dem Hauseigentümer zu, dass er bei einem Verkauf an die Studienbibliothek mit keinen Forderungen zu rechnen habe, die sich sonst aus seinem Bruch des 5-Jahres-Mietvertrages ergeben würden.

An den Solothurner Filmtagen 1983 erfuhren die Mitglieder des FKZ mündlich von George Reinhart, er habe das Haus Josefstrasse 106 gekauft und möchte sich mit ihnen zusammensetzen, um die beiderseitigen Bedürfnisse abzuklären.

Am 30. Januar, nach Rückkehr aus Solothurn nach Zürich, fand sich der eingeschriebene Brief von George Reinhart, mit dem er den Kauf mitteilt und den Mietvertrag «auf den nächstmöglichen Termin, d.h. auf den 30. September 1983» kündigt

(Juristisch lässt sich gegen das Vorgehen von Reinhart nichts einwenden: Kauf bricht Miete, d.h. nur der ehemalige Eigentümer, also der Verkäufer des Hauses, haftet für die Schäden, die dem Filmkollektiv durch den Vertragsbruch entstehen - soweit solcher Schaden in Franken zufassen ist.)

Am 4. Februar informierte Reinhart darüber, dass auf seiner Seite auch H. J. («Jean») Richner sowie Edi Hubschmid (und damit Cactus-Film) an der Hausangelegenheit beteiligt seien.

An der Sitzung, die Reinhart in Solothurn in Aussicht stellte und die am 16. Februar endlich stattfand, zeigte sich, dass kein Gespräch möglich ist, da Reinhart und der ebenfalls anwesende H. J. Richner keine Bereitschaft zu gemeinsamer Nutzung des Hauses haben. Sie informierten die heutigen Mieter und Untermieter, dass Filmkollektiv, Filmcooperative und die Soziologinnen keinen Platz mehr in diesem Haus haben werden; ob der Schweizerische Filmtechniker-Verband, der ja nur ein einziges Büro belege, eventuell bleiben könne, sei noch unsicher.

Reinhart sagte, er habe gewusst, dass er mit der Studienbibliothek in Konkurrenz gewesen sei, mit der sich die jetzigen Mieter und Untermieter zusammentun wollten, doch habe er die Josefstrasse 106 ganz «als Filmhaus» erhalten. wollen. Innerhalb eines Monats wolle er seine Pläne und Mitbeteiligten bekanntgeben - was er nicht einhielt.

Am 8. März 1983 bei der Sühneverhandlung um Erstreckung des Kündigungstermins vor Mietgericht kann keine Einigung erzielt werden; es wird beschlossen, in weiteren Verhandlungen einen für beide Seiten, tragbaren Vergleich zu suchen.

Bei diesen Verhandlungen ist am 15. März von einem stufenweisen Ausbau des Hauses die Rede: die Mieter sollen Räume und Hausteile vorschlagen, die in einer ersten Etappe dem Hausbesitzer überlassen werden können.

Nach einem Brand im Dachstock, der am 22. März das Büro der Soziologinnen und zwei angrenzende Räume vernichtet, schlägt an einer weiteren Vergleichsverhandlung am 28. März das Filmkollektiv Räume und Hausteile vor, die vorzeitig zum Umbau überlassen werden können, so u.a. den ganzen Dachstock. G. Reinhart zeigt nun auch daran kein Interesse mehr. Das Haus müsse als ganzes leerstehen und er müsse auf dem Auszugstermin vorn 30. September 1983 beharren.

*     *     *

Das Filmkollektiv, die Filmcooperative und. die Soziologinnen-Gruppe suchen also dringend Räume! Tel. 01 / 421 15 45.

*     *     *

Der Schweizerische Filmtechniker-Verband, der nun auch 7 Jahre in diesem Haus sein Büro hatte, hat am 30. März einen Raum im Kreis 1 gefunden und wird die Josefstrasse Ende April 1983 verlassen.

Filmkollektiv Zürich.
Die Zeit an der Josefstrasse 106.

1972 Gründung des Verleihs der Filmcooperative Zürich.

1975 Gründung des Filmkollektiv Zürich.

Das Filmkollektiv mietet im Frühjahr 1976 das Haus Josefstrasse 106 in einem Hinterhof und zieht dort zusammen mit dem Filmverleih der Filmcooperative ein.

Mitglieder des Filmkollektiv Zürich in der Zeit bis 1983.

Zwei Räume des Verleihs Filmcooperative: Donat Keusch, Anton Stricker, Trudi Lutz, Edi Bürchler, Roger Jörg, Walter Brehm, Andreas Pfäffli, Felix Hächler, Madeleine Dubois, Wolfgang Blösche.

Büro Dokumentarfilmer: Hans Stürm, Urs Graf, Mathias Knauer, Marlies Graf, Rob Gnant (Fotograf, Kameramann). Und Mitglieder, die im Haus sind, wenn sie einen Film realisieren, montieren.

Büro Thomas Koerfer (Spielfilmautor).

Atelier Sylvia de Stoutz (Kostümbildnerin für Film und Theater).

Atelier Jean Richner (Video-Technik).

Technisches Material, (Kamera, Beleuchtung, Travelling, Camion, usw.) betreut und genutzt von Renato Berta, Carlo Varini (Kamera), André Pinkus, Robert Boner, André Simmen, Felix Singer (Filmtechniker).

Arbeitsgruppen mit inhaltlich Engagierten realisierten zusammen die Interventionsfilme: Bürgerbewegung AKW (Kaiseraugst, Gösgen), Schwangerschaftsabbruch, Repression im Schulbereich, Asylwesen.

Allgemeine Räume und Einrichtungen.

Vier Montageräume 16mm. Ton-Überspielungsmaschine 16mm- und 17,5mm-Perfo-Tonbänder.

Sitzungsraum. Kino für 35mm, 16mm, S-8-Film (auch Doppelbandprojektionen). Betrachter, Umroller.

Tonband-Geräte.

Fotolabor.

*    *    *

Mitglieder die ihre Ateliers ausserhalb des Hauses hatten und Filmschaffende, die mit dem Kollektiv über Jahre eng verbunden waren:

Richard Dindo, Georg Janett, Villi Hermann, Jürg Hassler, Fosco und Lello Dubini, Franz Rickenbach, Roman Hollenstein, Nino Jacusso, Gertrud Pinkus, Anne Cuneo, Lisa Faessler, Christian Schocher, Andreas Litmanowitsch, Rainer Trinkler, Michael Mrakitsch, Beat Kuert, Heinz Bütler, Hansueli Schenkel, Peter Schweiger, Barni Lehner.

Personen, die ihr Arbeit im Bereich des Films durch Mitarbeit im Filmkollektiv begannen:

Walter Brehm, Béatrice Michel, Rolf Schmid, Franz Rickenbach, Rolf Reemtsen, Ruth Waldburger, Konstanze Binder, Helen Stehli, Christine Meienberg, Miklos Gimes. Monika Vogel. Edwin Beeler, Gerhard Camenzind, Jürgen Karg, Mirjam Krakenberger, Priska Forter.

An der Josefstrasse 106 kommen nach und nach Untermieter dazu (und Wechsel ergaben sich).

S-8-Filmgruppe: Büro, Tricktisch für alle Filmformate, technisches Lager.

Verein, der gemeinsam seinen S-8-Montagetisch nutzt.

Film-In, Institut für Film und Wissenschaft (Emil Schwarz, Rolf Schleitzer), Film-Veranstaltungen zu Psychiatrie und Antipsychiarie im Kino Roland.

Werkstatt: Funk, Entwicklung und praktischer Einsatz (Lindenmaier).

Büro: Schweiz. Filmtechnikerverband.

Büro: Soziologinnen-Gruppe.

Filme die vom Filmkollektiv an der Josefstrasse 106 produziert wurden:

1975 Kaiseraugst Kollektiv der Filmcooperative Zürich

1977 San Gottardo Villi Hermann

1977 Les indiens sont encore loin Patricia Moraz

1977 Le gaz des champs Jean François Amiguet

1977 Lieber Herr Doktor Hans Stürm, Arbeitsgruppe

1978 Les petites fugues Yves Yersin

1978 JE KA MI Roman Hollenstein

1978 Hans Staub – Fotoreporter Richard Dindo

1978 Clément Moreau – Gebrauchsgrafiker Richard Dindo

1978 Raimon – Lieder gegen die Angst Richard Dindo

1978 Alzire Thomas Koerfer

1978 Gösgen Jürg Hassler, Fosco Dubini, Donatello Dubini

1978 Cinéma mort ou vif? U.Graf, H.Stürm, M.Knauer

1978 Aufpassen macht Schule Mathias Knauer, Arbeitsgruppe

1979 Schilten Beat Kuert

1979 Ritorno a casa Nino Jacusso

1979 Il valore della donne è il suo silenzio Gertrud Pinkus

1979 Kollegen Urs Graf

1979 Behinderte Liebe Marlies Graf Dätwyler

1980 Es ist kalt in Brandenburg V.Hermann, N.Meienberg, H.Stürm

1981 Eine vo dene Bruno Nick

1982 Das Flugjahr Markus Fischer

1982 Die unterbrochene Spur Mathias Knauer

1982 Wege und Mauern Urs Graf

1983 in Arbeit:

FRS: Das Kino der Nation Christoph Kühn

Gossliwil Beatrice Michel und Hans Stürm

El pueblo nunca muere Mathias Knauer

Kündigung Josefstrasse 106.

30.11.82

Die Firma Sprecher & Co teilt uns mit, dass sie das Haus Josefstrasse 106 verkaufen will.

Besprechung mit Herrn Hohl der Firma Hyba/Sprecher:

Verkaufspreis etwa Fr. 800'000.-. Bankschätzung 860'000.-.

Handänderungssteuer ca. 14'000.- üblicherweise halb/halb. Zu rechnen sei mit 150'000.- Eigenkapital, 6% Zins.

Herr Hohl sagt, so viel er wisse, wolle der andere Kaufinteressent das Haus nicht für sich brauchen. So werde er es uns sicher weiterhin vermieten, zu einem Ansatz von 7% des Kaufpreises (mit dem Index-Aufschlag hätten wir im Herbst ohnehin rechnen müssen).

Wir werden uns mit Herrn Hohl in Verbindung setzen, sobald wir das Geld zusammenhaben oder wenn wir feststellen, dass uns die Finanzierung nicht möglich ist.

*     *     *

Da einzelne Untermieter ausziehen werden, konnten wir einen Partner suchen, der die Hälfte der Kosten investiert und zusammen mit uns (Filmkollektiv und Filmcooperative) grosse Teile des Hauses nutzen wird. Mit der «Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung» fand sich ein idealer Partner; gemeinsame thematische Interessen und uns politisch nahestehend.

27.1.1983

Bevor wir die Details der Nutzung des Hauses mit der Studienbibliothek vereinbaren konnten, erhielten wir einen Brief von Georg Reinhart:

Liebe Filmkollektiv-Mitglieder,

wahrscheinlich seid Ihr etwas überrascht, wer der Käufer der Josefstrasse ist. Sicher werden wir demnächst mal zusammensitzen, um die neue Situation zu besprechen und ein weiteres Vorgehen zu finden das Euren Bedürfnissen und meinen Vorstellungen entspricht.

Bis dahin mit besten Grüssen

Tschönsch

Und dabei das förmliche Schreiben mit den Angaben:

Besitzantritt und Übergang von Rechten und Pflichten am 1. Februar 1983. / Kündigung auf den nächstmöglichen Termin, den 30. September 1983.

7.2.1983

Ich informiere unsere Untermieter von der Kündigung und berichte, was Georg Reinhart bei meinem Anruf gesagt hat:

«… dass an dem Kauf auch Edi Hubschmid und Jean Richner (von unserer Video-Abteilung) beteiligt seien, dass er noch nichts über seine Pläne mit diesem Haus verraten wolle, dass man aber grundsätzlich davon ausgehen müsse, dass er das Haus ganz für seinen eigenen Bedarf brauchen werde. Jemand, der nur einen Platz brauche, wie die Filmtechniker (Verbandssekretariat), hätten vielleicht weiterhin Platz. Ob die Filmcooperative noch Platz fände, sei fraglich, wenn sie drei Räume und einen Kino-Anteil brauche.»

16.2.83 Sitzung im Filmkollektiv.

Georg Reinhart (Hausbesitzer), Jean Richner (Video).

Rolf Schmid, Mathias Knauer, Rob Gnant, Urs Graf (Filmkollektiv).

Felix Hächler, Andres Pfäffli (Filmcooperative).

Jim Sailer (Filmtechniker-Verband).

G. Reinhart: Schon lange die Idee, mit anderen zusammen ein Filmhaus  zu haben. Hatte auch mit Jean Richner schon seit vier Jahren Projekte. Er habe gehört, dass das Haus zu kaufen sei. Und da er wusste, dass das Filmkollektiv zusammen mit der Studienbibliothek das Haus kaufen und nutzen wollte, und die Studienbibliothek nicht aus der Filmbranche sei, habe er sich entschlossen, das Haus als Filmhaus zu erhalten, natürlich auch aus eigenen Interessen. Er habe das sehr schnell gekauft. Renovationen nötig. Noch unklar, was er damit machen will, da eigene Aktivitäten noch in Entwicklung. Er möchte mit den einzelnen Untermietern noch über ihre Bedürfnisse reden, um zu sehen, wie sich diese mit seinen Bedürfnissen vereinbaren lassen.

U. Graf: Im Brief schreibst du, die Kündigung des Filmkollektivs sei 'der guten Form halber' oder ist das ernst zu nehmen?

G. Reinhart: Das Haus muss leer sein für die Renovation. Das sei auch abhängig von den Leuten, die dabei sein werden. Doch neben seinen eigene Bedürfnissen, sei der Platzbedarf des Filmkollektivs nicht zu gewähren.

M. Knauer: G.Reinhart habe aber schon vor dem Kauf gewusst, dass er die Leute, die im Haus sind, auf die Strasse stellen werde.

G. Reinhart: Er hätte die Platzbedürfnisse der einzelnen nicht gekannt.

M. Knauer: Er hätte ja fragen können.

G. Reinhart: Es habe halt geeilt. Und Untermieter seien ja ausgezogen.

U.Graf: Darum sei ja auch Platz frei geworden für die Studienbibliothek. - Wer soll nun in das Haus einziehen?

G. Reinhart: Möchte das nicht sagen, da ihm das auch noch nicht definitiv klar sei.

Danach.

Wir müssen ausziehen, finden aber keinen Ort, an dem wir uns gemeinsam einrichten können, der die einzelnen und die gemeinsamen Ansprüche befriedigt.

Das Filmkollektiv zieht in den Kreis 6, an die Turnerstrasse 26. Ein idealer Grundriss. Und Hauseigentümer, die sich für unsere Arbeit interessieren, unsere Filme sehr schätzen. Und bei der späteren Renovation des Hauses erreichen wir, dass unser Geschoss nicht einbezogen wird, sodass wir weiterhin eine günstige Miete bezahlen.

Am Anfang an der Turnerstrasse: Hans Stürm, Urs Graf, Marlies Graf, Mathias Knauer, Beatrice Michel (Dokumentarfilm-Autoren). Rob Gnant, Kathrin Simonett (Kamera, Fotografie). Rolf Schmid (Produktion). Rainer Trinkler (Schnitt).

Der Verleih der Filmcooperative kann im Kreis 5 bleiben, findet Räume  an der Fabrikstrasse 172.

Die Filmtechniker gründeten das Filmtechniker-Kollektiv als Genossenschaft, Hermetschloostrasse 70, 8048 Zürich (Schlieren). In der Zeit an der Josefstrasse wurde das technische Material für die Produktionen des Filmkollektivs gebraucht und für Filme, auf denen die Techniker (mit ihrem gut gewarteten eigenen Material) angestellt wurden. Jetzt wurden sie – darüber hinaus - zu einem gut ausgebauten Materialverleih.

Die Kameramänner Renato (Ciccio) Berta und Carlo Varini waren in den Anfängen des Filmkollektivs sehr wichtig, haben dann aber vor allem in Frankreich gearbeitet – auf französischen Spielfilmen, zu Beginn Ciccio als Chefkameramanns und Carlo als sein Assistent/Schwenker. Später auch Carlo als Kameramann.

Urs Graf

Notizen zur Filmästhetik



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